SEELE

Eskimo-Tipp

von Markus A. Maesel · 31.10.2017 · 0 Kommentare

Beim Stöbern in alten Büchern bin ich auf ein Gedicht der Eskimos (Inuit) gestoßen, das der dänische Polarforscher und Ethnologe Knud Rasmussen (1879-1933) aufgezeichnet hat. In einfachen Worten mahnt es zum Innehalten, Sich-selbst-nicht-verlieren, Zurückkehren zum eigenen Ruhepunkt, zum Bei-sich-sein. Eindringlich durch seine Schlichtheit und Wiederholungen, wie eine Botschaft aus der Eiswüste an die Menschen in der modernen, hektischen Großstadtwüste:

Wo ging meine Seele nur hin?
Komm nach Haus, komm nach Haus.
Weit ist sie nach Süden gereist,
Südlich der Völker im Süden von uns.
Komm nach Haus, komm nach Haus.

Wo ging meine Seele nur hin?
Komm nach Haus, komm nach Haus.
Weit ist sie nach Osten gereist,
Östlich der Völker im Osten von uns.
Komm nach Haus, komm nach Haus.

Wo ging meine Seele nur hin?
Komm nach Haus, komm nach Haus.
Weit ist sie nach Norden gereist,
Nördlich der Völker im Norden von uns.
Komm nach Haus, komm nach Haus.

Wo ging meine Seele nur hin?
Komm nach Haus, komm nach Haus.
Weit ist sie nach Westen gereist,
Westlich der Völker im Westen von uns.
Komm nach Haus, komm nach Haus.

Kategorie(n): Ausgekramtes und Entdecktes, Geschichtliches und Völkerkundliches, Heiliges und Unheiliges